Wir brauchen Piraten!

 

Schlacht auf dem Meer

Schlacht auf dem Meer

So ist es, wenn man Verleger zu Freunden hat. Kurz nach der Begrüßung kommen Sätze wie “Wir brauchen ein Piratenspiel.” Naja, ich gebe zu, natürlich freute ich mich über das Vertrauen, das mir entgegen gebracht wurde, als Pat mir sagte, ich sei doch der richtige Entwickler, um ihnen bei ihrem neuen Projekt zu helfen. Klar, helfen würde ich gerne, entgegnete ich ihm, doch neue Spiele entwickle ich mit meinem Freund und Kollegen Lukas Zach. Also half ich so lange, bis ich nach zahlreichen Stunden des Brainstormings die ersten Regeln verfasste, am Material bastelte und damit zu ersten Testrunden ging. Irgendwann in diesem Zeitraum bemerkte ich, dass ich doch entwickelte und nicht nur half. Was aus der Zusammenarbeit wurde, kann auf der Spielemesse in Essen schon getestet werden. Doch wie es dazu kam, war ein spannender Weg. Zwei Überlegungen sollen unsere Herangehensweise schildern.

 

Ein Piratenspiel braucht Piraten! Das ist logisch. Doch schlüpfen die Spieler in die Rolle von Piraten, springen an Deck der Handelsschiffe, schnappen sich Bräute und plündern Städte? Das könnte zu viel des Klischees sein. Sollen die Spieler ein Handelsimperium aufbauen und sich gegen Piraten erwehren, die eben an Deck springen und die eigenen Städte plündern? Das würde bestimmt diejenigen enttäuschen, die lieber selbst die Initiative ergreifen wollen. Und wer möchte das nicht in einem Piratenspiel? Letztendlich half uns der Verlauf der Geschichte. So viele Hauptdarsteller dieser Zeit waren Diplomaten, Vertreter ihrer Krone, Freibeuter, Händler und Piraten in einer Person. Selten konnte man sie nur einer der Gruppierungen zuordnen. Also entschieden wir uns für die Möglichkeit, Schiffe der eigenen Nation zu führen und mit diesen selbstverständlich nicht nur handeln, sondern auch überfallen zu können. Gleichzeitig erhielten die Spieler jedoch auch die Möglichkeit, nationslose Piraten anzuheuern, die im Auftrag der eigenen Nation rauben, ohne dass der Ruf der Nation selbst beschädigt wird.

Die historischen Nationen, die die Karibik prägten, gaben uns auch eine hervorragende Einteilung für die Spieler. Doch war die Präsenz dieser europäischen Nationen natürlich nicht immer fair aufgeteilt. Spanien war durch die hohe Anzahl an eigenen Städten in der Region meist beherrschend, Holland dagegen eher unterlegen. Sollten wir davon ausgehen, dass Städte zu Beginn einer Partie “neutral” sind? Dies würde jedoch einen Teil des Flairs nehmen. Außerdem sollte das Spiel zwar komplex, doch nicht kompliziert werden. Jede Regel sollte eingänglich und logisch sein. Pat war es, der die Winde ins Spiel brachte. Und schnell wurde uns klar, dass dies der ausgleichende Faktor für den Beginn einer Partie war.

Die Spiel 08 naht und ich freue mich riesig auf die Meinungen und Reaktionen neuer Spieler, die unser neues Piratenspiel testen werden. Springt an Deck, erledigt Aufträge, überfallt eine Nation, die letzte Runde noch Euer Freund war und lasst Euch überraschen, was unser Spiel noch zu bieten hat.

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